Samstag, 3. November 2012

Perth I

Die ersten fünf Wochen Perth sind schnell erzählt:
Tag 1: Völlig übermüdet und gejetlagged angekommen. Der Flug von Frankfurt nach Kuala Lumpur war lang und der Asiate neben mir in der Boeing 777 -  mit dem gefühlten Baujahr 1623  (Der Flieger, nicht der Asiate)- hat entweder geschnarcht oder aus jeder Körperöffnung gerne ununterbrochen ausgedünstet. In Kuala Lumpur herrschten um halb Sieben morgens schon 27 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 3487 %. Nach 3 Stunden ging es mit einem modernerem Airbus nach Perth. Das Essen war scharf und ekelhaft, nur das in Malaysia gebraute Carlsberg verhalf mir zu einer Stunde Schlaf. Am Flughafen angekommen ließ ich mein Gepäck von einer “Bio Security” (zu deutsch: Schäferhund) auf Drogen und illegales Zeug kontrollieren…negativ.
Im Bus zum Hostel lief beim Losfahren direkt Slim Dusty mit “a pub with no beer” und der Busfahrer gab mir Tipps für Perth und war sehr freundliche - zumindest meine ich das, denn ich habe kein einziges Wort verstanden.  Im Hostel - der Rainbow Lodge - angekommen, wurde ich von einer Französin in meinem 6er Zimmer mit den Worten begrüßt “Hi, I’m Maeva and I know one sentence in german: Fick misch Arrd”. Ich erwiderte die Begrüßung mit einem “Yeah, indeed” und fragte mich, ob Zahnbehandlungen in Frankreich nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse gehören. Für mich war in diesem Zimmer in diesem Moment genauso wenig Platz wie für meine Klamotten, so beschloss ich mir an der Tankstelle Zigaretten und Bier zu kaufen.
So war der Plan. An der Petrol Station angekommen begrüßte mich eine sehr, sehr nette und aufgeschlossene Frau, die ich noch weniger verstand, als den Busfahrer. Meiner Bitte nach einer Schachtel Marlboro Light begegnete Sie mir ” 28 $” und ich korrigierte, dass ich nur einer Schachtel haben möchte und nicht zehn davon. Sie sagte mir, dass das der Preis für eine Schachtel sei und ich entschied mich nach einer kurzen Diskussion - weder verstand sie mich, noch wusste ich, was ich zu ihr sage - für die aller billigsten Zigaretten für 12 $. Die Nachfrage nach einem kühlen Bier endete in dem Hinweis, dass es dies in Australien nur in Bottle Shops gebe und einer Zeichnung auf einem Kassenzettel, wo ich den nächsten Laden finden werde.
Diese Frau war so unfassbar freundlich und zuvorkommend, dass ich mich fast verarscht fühlte und einfach nur dachte: ich will zurück nach Berlin!
Der Weg zum Bottle Shop war steinig und schwer. Ich missinterpretierte Hinweisschilder an den Ampeln, lief wie aus Berlin gewohnt bei Rot über die Ampeln und war erstaunt darüber, dass die Leute hier konsequent auf der falschen Seite fahren - ich war sichtlich überfordert. Dem Tod zwei mal von der Schippe gesprungen machte ich mich ohne Bier zurück ins Hostel und versuchte krampfhaft Kontakt zu Leuten dort zu knüpfen. Zwei Stunder vergeblich Aufwand und totale Ignoranz der Anderen führte fast schon dazu, den Rückflug für den nächsten Tag zu buchen und der Mutter wieder einen Besuch abzustatten. Nun lernte ich kurz vor zwölf - immer noch total übermüdet -Leute kennen und die Geschichte nahm ihren Anfang… 

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