Sonntag, 4. November 2012

Perth II

Der Zweite Tag begann nach einer 12-stündigen Nacht mittags um 1. Das Geräume und Geputze in meinem Zimmer störte mich recht wenig und ich ging darauf in die Stadt um mich mit Konto und Mobilnummer einzudecken. Den Straßenverkehr ein wenig mehr verstehend starrte ich die ganze Zeit auf meine Zigarettenschachtel und mir war irgendwie so gar nicht nach Küssen zu Mute.

   
Endlich war ich mobil erreichbar und bald im Besitz einer australischen VISA Karte. Mein Magen knurrte und ich gönnte mir einen Kebab für 9 Dollar. Auf die Frage ob ich Käse möchte antwortete ich mit "Sure!" und war sofort um einen weiteren Dollar ärmer und um eine Dürüm-Erfahrung mit Gouda (!!!) reicher. Auf dem Weg zum Hostel fand ich endlich den mir am Vortag beschriebenen Bottleshop und besorgte mir gleich Bier. In diesem Supermarkt befand sich ein extra Raum in dem alles mit nobelstem Holz vertäfelt war. Der Preis für ein Sixpack Becks (6x 0,33) belief sich auf 7 $. So dachte ich. Es handelte sich dabei um den Einzelflaschenpreis, 0,33 wohlgemerkt! Ich entschied mich dann doch 18 $ für ein Sixpack Grolsch auszugeben und war mir danach auch im Klaren darüber, dass das edele Holz der Regale nicht von ungefähr kommen kann. Ich erkundigte mich beim Verkäufer, ob das Trinken ins Australien in der Öffentlichkeit erlaubt sei und er sagte mir, dass das OK ist. Stolz verließ ich mit meinem eisgekühlten - und in Australien ist wirklich jedes Getränk eisgekühlt - Sixpack den Laden Richtung Hostel. 


An der Bahnstation kurz vor meinem Ziel packte mich das Berlin Feeling und ich öffnete eine der eiskalten Flaschen Grolsch und zog sie in einem Rutsch runter. Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein -  wie neu geboren und endlich in Australien angekommen! Später erfuhr ich im Hostel, dass mich dieses Vergnügen auch 200 $ Strafe hätte kosten, sofern mich die Polizei (die eine Minute vor meinem Genussmoment an mir vorbeifuhr) erwischt hätte - don't drink in public!



Die restliche Woche war geprägt von Ankommen, ankommen, ankommen. Ich hing viel im Netz herum, tastete mich im Hostel vor und lernte viele normale Menschen kennen - und Engländer.        

2 Kommentare:

  1. Oh, Gott, die Aussis sind ja fast wie die Amis! Gräßlich, diese ständige Bevormundung im Namen des Guten und Gesunden.

    AntwortenLöschen
  2. Vorallem ist hier Beef billiger als Gemüse. Ein Kilo Paprika kostet im Supermarkt zwischen 10-15 Dollar...verrückt.

    AntwortenLöschen